Jahresbericht 2010Menschen hinter der Statistik
Rund 24.000 Anrufe gingen im Jahr 2010 bei der Evangelischen TelefonSeelsorge München ein. Solche interessanten Zahlen liefert der aktuelle Jahresbericht 2010 - selbstverständlich unter Sicherung der Anonymität.
Obwohl sich die Anrufenden und die Ehrenamtlichen nicht gegenseitig mit Namen vorstellen und somit unbekannt bleiben, kann sich am Telefon rasch Vertrautheit einstellen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter garantieren dabei ihre Schweigepflicht für jedes Anliegen.
Bislang nehmen mehr Frauen als Männer die TelefonSeelsorge in Anspruch. Im Jahr 2010 sind fast 73 Prozent aller Anrufenden weiblich. Viele Gespräche drehen sich um das Älterwerden, um Probleme mit Kindern und um körperliche Erkrankungen. Das Altersprofil der Anrufenden entspricht etwa dem der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alleine dadurch kann schnell eine gemeinsame Gesprächsbasis entstehen.
Im Jahr 2010 wurde als zusätzliches Angebot die persönliche Chat-Beratung ins Leben gerufen. Von Mai bis Dezember kamen fast 180 Kontakte auf diesem Wege zustande, vor allem mit Frauen zwischen 20 und 29 Jahren. Dabei ging es oft um extrem schmerzvolle Erfahrungen mit Vergewaltigung, Missbrauch oder Gewalt in Beziehungen. In der noch größeren Anonymität des Chats ließen sich zumindest schriftlich Worte inmitten von Verzweiflung und Scham finden.
Am Telefon werden mittlerweile in einem Drittel aller Gespräche psychische Erkrankungen thematisiert. Daneben geht es am häufigsten um Familie, Einsamkeit oder Partnerschaft. Wie klein oder groß die Sorgen auch sein mögen: Für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht es immer darum, die Anrufenden zu verstehen und zusammen mit ihnen nach Lösungen suchen. Das sind die Aufgaben der Evangelischen TelefonSeelsorge München, auch in Zukunft.








